Museum Nienburg

„Gletscher, Moränen, Urstromtal: Wie Mittel- und Unterweser entstanden“

Do, 28.11.2019, 18:00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Hansjörg Küster, Leibniz Universität Hannover, am Donnerstag, 28. November 2019, um 18.00 Uhr im Quaet-Faslem-Haus, Leinstr. 4.

Prof. Dr. Hansjörg KüsterProf. Dr. Hansjörg Küster, Professor für Pflanzenökologie am Institut für Geobotanik an der Leibniz Universität Hannover. Er ist vor allem durch seine Veröffentlichungen zur Geschichte des Waldes in Mitteleuropa und zur Geschichte der Landschaft bekannt geworden.© privat

Vor dem Eiszeitalter reichte ein Meer, das sich vom Atlantik her bis ins südliche Ostseegebiet erstreckte, bis an den Rand der Mittelgebirge. Hätte es keine Eiszeiten gegeben, wären Minden und Hildesheim heute Hafenstädte. Aber bei mehreren Gletschervorstößen schoben die Eismassen aus Skandinavien riesige Schuttmengen herbei, die nördlich der Mittelgebirge liegen blieben. Aus diesem Schutt wurde das norddeutsche Tiefland. Vor den Gletschern die mal weiter im Norden, mal weiter im Süden zu, Stillstand kamen, flossen große Schmelzwassermengen nach Westen ab. Es entstanden Urstromtäler. Nach dem Abschmelzen der Gletscher bildeten sich Durchbruchstäler, die die Schuttwälle an den ehemaligen Gletscherfronten kreuzten.
Die Weser floss ursprünglich von der Hamelner Gegend aus nach Nordosten, durch die Deisterpforte in die heutigen Täler von Leine und Wietze, sie mündete bei Celle ins Meer. Nachdem die eiszeitlichen Gletscher große Mengen an Schutt nach Norddeutschland getragen hatten, wandte sich die Weser nach Westen, in Richtung Niederlande. Sie brach später nach Norden ins Allertal durch, und es bildete sich außerdem ein neuer Weserlauf zwischen Hameln und Minden durch die Porta Westfalica.

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