Museumspädagogik
Die Bildungsarbeit ist als ausgesprochenes Aushängeschild des Museums Nienburg zu betrachten. Das hängt einerseits damit zusammen, dass das Haus - abseits größerer Touristenzentren gelegen - ein kulturgeschichtliches Zentrum für die Mittelweserregion darstellt. Andererseits bot die Ausbildung des Museumsleiters als Pädagoge die Möglichkeit, eine vielfältige und auf alle Altersgruppen - vom Kindergarten bis zu den Senioren - bezogene Angebotspalette in der Museumspädagogik zu entwickeln. Die Vermittlungsformen umfassen Führungen im Museum, kreatives Tun, kleine Exkursionen mit dem Bus in die Region oder auch eine Kombination von einem Museumsbesuch und einem Stadtrundgang.
So gibt es alljährlich ein offenes Kursprogramm für Kinder und Jugendliche am Nachmittag, wo man aus rund 40 Veranstaltungen aussuchen kann. Sie werden entweder einmalig oder über mehrere Wochen zu einem bestimmten Thema durchgeführt. Das Museum bietet allen Schulen auch für Projekttage und -wochen Angebote; entweder wird nur der Raum zur Verfügung gestellt oder eine kompetente pädagogische Beratung geboten.
Seit rund zehn Jahren hat das Museum Nienburg/Weser Erfahrung in der Betreuung von Ganztagsschulgruppen. In Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium des Landes Niedersachsen, der Landesschulbehörde Bezirk Hannover sowie des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e.V. wurde daher 2007 eine Fachtagung zum Thema „Ganztagsschule und Museum" zentral in Nienburg für alle Museen und Ganztagsschulen durchgeführt.
Nach einer Grundschule arbeitet das Museum seit drei Jahren auch mit zwei Hauptschulen zusammen, seit 2009 werden Museums-AGs an zwei weiteren Ganztagsschulen Kreis-Nienburger Schulen betreut. An einem Gymnasium gibt es mittlerweile eine fest installierte Museums-AG für die 5./6. Klasse. Unsere Angebote sind von den Schülern frei wählbar und durchweg ausgebucht. Gemäß seiner langfristig erprobten Konzeption verbindet das Museum in der Arbeit mit den Schülern die museale Präsentation mit dem „Leben" und den Orten „draußen". Der mit Hilfe des Landes Niedersachsen angeschaffte Museumsbus ist dafür ein unentbehrliches Hilfsmittel.
Die Vermittlungsarbeit des Museums klebt eben nicht an den wertvollen Sammlungen, sondern geht zum Ursprung in der Region zurück. Das eine macht das Museum aus - die an einem Punkt zusammen geholten Objekte - und das andere, die Quelle sozusagen, hat dies ermöglicht. Die angefügten Karten Nr. 3a-e stammen aus dem EU-Antragskonzept und sollen diese Sichtweise beispielhaft erläutern.
Das Museum Nienburg/Weser ist ein beliebter Ort für Kindergeburtstage geworden. Ebenfalls wird für Erwachsene ein Jahresprogramm aufgestellt. Hier handelt es sich um Vorträge, Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung sowie um ein monatliches Treffen im Rahmen des Lebendigen Museums. Gerade diese Reihe hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, kommen doch mindestens zwischen 20 und 50 Personen allmonatlich, um einen bestimmten Ort zur Geschichte wie aber auch zur Gegenwart zu erfahren.
Alle vom Museum betreuten jungen und älteren Leute sind Förderer der Einrichtung und werben dafür in Stadt und Land. Das Haus selbst steckt voller Bildungsschätze, die unter fachlicher und pädagogischer Anleitung vermittelt werden. Die personelle Betreuung ist dabei die aller wertvollste. Alle museumspädagogischen Mitarbeiter werden von den Museumsmitarbeitern fortgebildet, sie holen sich daneben Anregungen von anderen Museen.
Zur Vermittlungsarbeit gehört auch die Ausstellungstätigkeit, die alle Bevölkerungskreise erreichen möchte. Die Themen reichen von der Erarbeitung mit Bezug zum eigenen Bestand oder der Übernahme von Wanderausstellungen bis zu einer Bereitstellung der Räumlichkeiten für Künstlerinnen und Künstler aus der Region. In dieser Weise ist das Museum auch ein Galeriebetrieb.
Die Vermittlungstätigkeit schließt außerdem die Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe ein. Es wird durchschnittlich pro Jahr eine neue Schrift publiziert und im Verzeichnis der lieferbaren Bücher auf Bundesebene angeboten. Dazu kommen kleinere Publikationen wie Objekt- und Ausstellungsführer sowie Ansichtskarten.
Die Beratung zu historischen Projekten, zu der Denkmalpflege und in Naturbelangen zählt zu den weiteren Aufgaben.
Für die museumspädagogische Arbeit steht ein eigenständiger Raum mit den entsprechenden Materialien inkl. eines Brennofens für Tonarbeiten im Keller des Quaet-Faslem-Hauses zur Verfügung. Die Tätigkeit wird vom Museumsleiter selbst sowie auch von Honorarkräften wahrgenommen. Gleiches gilt für den Führungsdienst, den im Wesentlichen Erwachsene im Rahmen von Gruppenbesuchen in Anspruch nehmen, insbesondere in der Spargelsaison. Die Bemühungen schließen dabei Personen mit Einschränkungen wie auch Gäste anderer Sprachen ein. Das Museumspersonal ist unmittelbar auf Führungen in Englisch, Polnisch und Russisch vorbereitet.